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Die Akte X - 13.0.0.0.0 4 Ahau 3 Kankin (0.0.0.0.0 4 Ahau 3 Kankin) für unser Verständnis der 23.12.2012

Angeblich verkündet der Mayakalender den Weltuntergang, die Apokalypse am 23.12.2012! Manch einer denkt Außerirdische oder Aliens werden unseren Planeten besuchen. Was passiert eigentlich am 23.12.2012? Vulkane brechen aus? Erdbeben erschüttern die Welt? Flutkatastrophen vernichten die Menschheit?

Eines ist sicher: „Etwas wird passieren“!

Wie kommen die Maya eigentlich darauf, dass ausgerechnet dieses Datum, der 23.12.2012, so bedeutungsvoll ist?
Um darauf eine Antwort zu finden, müssen wir zunächst in die Vergangenheit schauen um die Gegenwart zu verstehen.

Die Maya waren ausgezeichnete Beobachter des Himmels. Sie haben es verstanden ihre Beobachtungen mit Hilfe der Mathematik auszudrücken. Schon damals wussten sie, dass das Jahr 365 Tage hat, wie z. B. die Stufenpyramide in Chichén Itzá beweist.
Mit diesem Wissen erstellten sie Kalender, die zur Vorbereitung und Durchführung ihrer Rituale dienten.

Der Ritualkalender, der aus 260 Tagen bestand, wurde gegründet auf der Zahl 20 und der Zahl 13. Warum ausgerechnet 20 und 13? Nun ja die 20, weil wir 10 Finger und 10 Zehen haben, die Maya haben nicht zwischen Finger und Zehen unterschieden. Da fällt mir grad ein, die Spanier haben auch nur ein Wort für Finger und Zeh „dedo“. Besteht da irgendein Zusammenhang? ähm, eher sicher nicht. Also zurück zur Erklärung. Die 13 hat religiöse Bedeutung. Der Ritualkalender, in der Quiche-Sprache Chol Qiij genannt, ausgesprochen Tzolkin, setzt sich aus 20 Tagen und 13 Zyklen, für unser Verständnis aus 13 Monaten, zusammen.
20 x 13 = 260.
Neben dem Ritualkalender gab es bei den Maya auch einen Kalender, der an das Sonnenjahr angeglichen war. Der Haab-Kalender. Er bestand natürlich auch wieder aus 20 Tagen, aber nun aus 18 Zyklen (Monaten). 20 x 18 = 360. Na nu, das sind aber keine 365 Tage. Die fehlenden 5 Tage fügten sie einfach an das Ende an, da es ihnen nicht möglich war, sie irgendwie in ihr Vigesimalsystem (Zahlensystem basierend auf der Zahl 20) einzufügen. Diese letzten 5 Tage im Jahr bedeuteten nichts Gutes.

Ein Tag konnte also mit Hilfe des Tzolkin-Kalenders z. B. "6 Edznab" benannt werden, aber ebenso auch durch den Haab-Kalender z. B. "11 Yax".

So jetzt der nächste Schritt. Die Kalenderrunde. Kombiniert man nun beide Kalender und lässt sie wie zwei Zahnräder ineinander greifen und ablaufen, geschieht es, dass nach 18980 Tagen bzw. nach 52 Haab Jahren und 73 Tzolkin Jahren dann beide Kalender an dem jeweils ersten Tag wieder ankommen. Jeder x-beliebige Tag kann also innerhalb dieser 52/73 Jahre eindeutig benannt werden. Aber wie geht es weiter? Wie erklärt man sich dann einen Tag im 53. Jahr usw.? Beziehungsweise, wie unterscheidet man die Jahre von einander? Hm, also der besagte Tag im 53. Jahr heißt natürlich genauso wie im 1. Jahr, das wäre so, als wenn wir immer nur vom 07. September reden würden. Ein schönes Datum oder? Nämlich mein Geburtstag, tja aber welches Jahr haben wir nun? Wie alt bin ich in diesem Jahr geworden, in welchem Jahr wurde ich geboren? Tja das wisst ihr nicht. Und auch die Maya konnten erst die Jahre voneinander unterscheiden, indem sie einen dritten Kalender „die Lange Zählung“ einfügten. Die Lange Zählung zählt jeden einzelnen Tag, der seit der Schöpfung der Maya vergangen ist, fortlaufend weiter. Die Lange Zählung basiert auf 5 Stellen, getrennt durch einen Punkt, die wie folgt aussehen könnte: 9.12.11.5.18 und bedeutet 9 Baktun 12 Katun 11 Tun 5 Uinal 18 Kin. Zur Erklärung:

1 Kin = 1 Tag
20 Kin = 1 Uinal = 20 Tage
18 Uinal = 1 Tun = 360 Tage
20 Tun = 1 Katun = 7200 Tage = 20 Jahre bzw. nur 19,72.... Jahre
20 Katun = 1 Baktun = 144000 Tage = 400 Jahre bzw. nur 394,52.... Jahre
20 Baktun = 1 Pictun = 2880000 Tage = 8000 Jahre bzw. nur 7890,41.... Jahre

Das wären dann also 18*1 plus 5*20 plus 11*360 plus 12*7200 plus 9*144000 Tage = 1386478 Tage, die seit der Schöpfung der Maya vergangen sind. Der Schöpfungstag entspricht dem Datum 13.08.3114 v. Chr.
Bei der ganzen Rechnerei muss man bedenken, dass hier in der Langen Zählung nur mit 365 Tagen pro Jahr gerechnet wurde. Wir rechnen in unserem gregorianichen Kalender mit 365,2425 Tagen pro Jahr (wegen der 0,2425 Tage gibt es alle 4 Jahre einen zusätzlichen Schalttag). Um diese Diskrepanz auszugleichen nahmen die Maya immer mal wieder Korrekturen an ihrem Kalendersystem vor. Hinzu kommt auch noch, dass bis 1582 der julianische Kalender unsere Zeitrechnung bestimmte und die Spanier während der Kolonialzeit die europäische Zeitrechnung mit dem Maya-Kalender in Übereinstimmung brachte. Mit anderen Worten ich überlaß es gerne jemand anderen den Schöpfungstag der Maya in einer uns verständlichen Schreibweise zu errechnen (grins).

Die Angabe "9.12.11.5.18 6 Eznab 11 Yax" (31.08.683) gibt den Todestag von Pacal, Herrscher von Palenque, an und bedeutet "9.12.11.5.18." der Langen Zählung, "6 Eznab" des Tzolkin-Kalenders und "11 Yax" des Haab-Kalenders. Da lob ich mir ja meinen 07.09.2009, warum einfach wenn’s auf kompliziert geht. Übrigens würden die Maya meinen Geburtstag im Jahre 2009 folgendermaßen schreiben: 12.19.16.11.17 10 Caban 15 Mol

Der großartige Maya-Forscher und Zeitungsverleger Joseph Goodman konnte den Maya-Kalender entziffern und entdeckte 1905 eine Korrelation zwischen der Langen Zählung des Maya-Kalenders und dem Greogorianischen Kalender. So konnte nun die Maya-Schöpfung auf den 13.08.3114 v. Chr. (greogorianischer Kalender) datiert werden. Die Maya selbst haben für dieses Datum folgende Schreibweise benutzt: "13.0.0.0.0 4 Ahau 8 Cumku". Man wundert sich warum die Maya nicht einfach mit 0.0.0.0.0 oder mit 1.0.0.0.0 begonnen haben, aber wie schon oben erwähnt spielte die Zahl 13 eine religiöse Rolle. Was passierte als das 13. Baktun vollendet war, also wenn 394 Jahre vergangen waren? Sprang der Kalender dann auf 14.0.0.0.0? Nein, er sprang auf 1.0.0.0.0 um und dann nach weiteren 394 Jahren auf 2.0.0.0.0 und immer so weiter. Tja und nun kommt die entscheidende Frage: “Was passiert, wenn wir wieder bei 13.0.0.0.0 ankommen???“ Wenn also 13 * 144000 Tage vergangen sind? Tja dann sind ca. 5125 Jahre vergangen und wir haben nach unserer Zeitrechnung den 23.12.2012!!! Und was werdet ihr an diesem Sonntag, den 23.12.12 tun? Wäre ich Hellseherin würde ich meinen ich beginne den Tag mit einem leckeren Frühstück und stelle mich auf drei weitere freie Tage ein.

Nun müsste man ja eigentlich sagen, dass alle 5125 Jahre näher bezeichnet werden müssten, denn woher soll man wissen, um welche 5124 Jahre es geht? Deshalb hat man sich geeinigt auf die 13.0.0.0.0 nicht wieder die 1.0.0.0.0 folgen zu lassen, sondern mit 14 weiterzuzählen.

Und warum nur 5 Stellen in der Langen Zählung? Die Lange Zählung kann unendlich weiter verfolgt werden. Entsprach aber nicht dem allgemeinen Gebrauch des Kalenders, denn 13 Baktun ~ 5125 Jahre. Und wer bitte schön denkt schon von uns über einen solch großen Zeitraum nach? Rechnung: 1 Baktun = 144000 Tage, dann sind 13 Baktun = 13*144000 = 187200 Tage. 187200 / 365,2425 = 5125,5361.... Jahre.

Übrigens die Maya haben NIE behauptet, dass am 23.12.2012 bzw. beim Beginn des zweiten Durchlaufs ihres Kalendersystems die Erde untergehen wird. Ganz im Gegenteil. Eine Inschrift im Tempel der Inschriften „templo de las inscripciones“ in Palenque gibt einen in die Zukunft weisenden Tag an. Nämlich den 1.0.0.0.0.8 (man beachte 6-stellig) bzw. in unserem Kalender den 23.10.4772. An diesem Tag wiederholt sich das achtzigste Kalenderrundenjubiläum von Pacal, die Thronbesteigung des Herrschers von Palenque.
Also wer schon so weit in die Zukunft blickt, wer denkt da schon an einen Weltuntergang?

Auf einer Treppe des Tempels 33 in Yaxchilán befindet sich eine Inschrift mit insgesamt 13 Stellen!

Diese Weltuntergangsprophezeiung entschwindet lediglich irgendwelchen Esoterikern, die wahrscheinlich Literatur und Hokus-Pokus Artikel zu verkaufen haben. Ich möchte nicht wissen, wie viele Esoterik-Seminare angeboten werden, damit man sich für den „bevorstehenden“ Weltuntergang rüsten kann. (Als ob das auch noch was nützen würde), oder frei nach dem Motto: „Wie verhalte ich mich richtig?“.

Die Welt existierte ja auch schon vor dem Aufblühen der Kultur der Maya und auch Menschen bevölkerten schon lange, lange vorher unseren Planeten.

 

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