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Diego Velásques, Gouverneur auf Kuba, übergab Hernan Cortés das Oberkommando einer Expedition zur "Beschaffung" neuer Sklaven und Reichtümer. Cortés hatte lediglich die Erlaubnis Handel zu treiben, Land zu erkunden und Sklaven für die Minen auf Kuba zu besorgen. Aber als er seine Mannschaft zusammen stellte, erklärte er freimütig er will Länder erobern und besetzen, deshalb meldeten sich auch so viele Freiwillige, die ihn begleiten wollten. Velásques erfuhr von den Eroberungsplänen und zog seinen Auftrag wieder zurück, allerdings zu spät. Cortés war bereits unterwegs. (18.2.1519)

Vor der Ostküste Mexikos tauchte am 21.4.1519 die Flotte der 500 Spanier unter dem Kommando von Hernán Cortés auf. Dort stieß er auf das Volk der Tabascana, die einen kriegerischen Angriff starteten, ihn aber gnadenlos verloren und sich anschließend unterwerfen mussten. Sie zollten Tribut, versorgten die Spanier mit Lebensmitteln und übergaben auch 20 Frauen, die fortan als Sklavinnen dienten. Eine von ihnen war Malinali (La Malinche), ein junges Mädchen, das als Kind Sklavin bei den Azteken war und dessen Sprache gelernt hatte. Innerhalb von 3 Monaten konnte sie nun auch Spanisch sprechen und diente Cortés als Dolmetscherin.

Die Tabascana erzählten auch von den Goldvorkommen, den sagenhaften Reichtümern und vom riesigen Reich der Azteken.

Die Erzfeinde der Azteken, die Totonaken, suchten die Unterstützung der Spanier. Nun sah Cortés die Möglichkeit, die zahlenmäßig überlegenen Azteken anzugreifen, um an das Gold zu gelangen. Cortés machte sich auf den Weg nach Norden und legte bei "Villa Rica de la Vera Cruz", was soviel bedeutet wie "Reiche Stadt des wahren Kreuzes" (heute übrigens Veracruz), an. Um sich seinen Plan, die Besiedlung des Landes, absichern zulassen, schrieb er einen Brief an die span. Krone, schickte all das Gold mit, was er und seine Männer bisher erhalten hatten und bat um Einverständnis für die Besiedlung des Landes. Gleichzeitig schrieb auch Velásques einen Brief an die span. Krone und bezichtigte Cortés des Hochverrats. Cortés allerdings betonte in seinem Brief, dass Velásques hier der wahre Verräter sei, denn er behaarte auf einer Handelsexpedition, anstatt das Land für seinen König in Besitz zu nehmen. Das mitgeschickte Gold bekräftigte also den Besiedlungsplan und suggerierte dem span. König, dass hier mehr zu holen sei, als nur Handel mit den Einheimischen zu treiben. Cortés brach nun seinen Vertrag mit Velásques. Allerdings duldeten die Anhänger Velásques dieses Vorgehen nicht. Sie wollten ein Schiff stehlen und zurück nach Kuba segeln. Cortés kam ihnen auf die Schliche, hängte die Anführer auf und ließ in der Nacht die Schiffe versenken. Somit gab es für niemanden ein Zurück und alle, ob sie wollten oder nicht, mussten ihm ins Landesinnere folgen. Vier Monate später, Anfang Aug. 1519, ließ Cortés eine Garnison von 200 Mann zurück und zog mit 300 Soldaten und 800 Verbündeten der Totonaken ins Reich der Azteken. Auf dem beschwerlichen Weg standen sie plötzlich 100.000 Kriegern der Tlaxcalteken gegenüber. Nach 2 Wochen Kampf musste Cortés eine Niederlage einstecken.

Die Tlaxcalteken, ebenfalls Erzfeinde der Azteken, wollten Frieden schließen und gründeten eine Allianz mit den Spaniern gegen die Azteken. Als Motecuhzoma von der Allianz erfuhr, beriet er sich mit seinen Priestern und Magier Entweder würde er die span. Allianz einwandern lassen oder sie schon auf den Weg nach Tenochtitlan angreifen. Am 02.11.1519 erreichte Cortés die Berge von Tenochtitlan. Motecuhzoma entschied sich Abgesandte auszusenden, um Cortés und seine Mannen mit Geschenken zu überhäufen. Sie legten Cortés religiöse Roben an und reichten ihm einen Becher mit einem ihrer Meinung nach gotteswürdigen Getränk, BLUT. Cortés war voller Abscheu. Leider ging Motecuhzoma‘s Plan nicht auf die Spanier mit den Geschenken abzuspeisen. Ganz im Gegenteil, sie gierten nach noch mehr Gold. Die Gesandten kehrten zu Motecuhzoma zurück und berichteten von der Feuerkraft und dem unheimlichen Aussehen der Fremden. Nun wusste auch Motecuhzoma, dass das Eindringen der Fremden nichts mit dem Mythos der Rückkehr Quetzalcoatl’s zu tun hatte.

Aus Berichten der Azteken, geht eindeutig hervor, dass Motecuhzoma schon lange die Ankunft mächtiger Männer aus dem Osten gefürchtet hatte. Eine Legende sagte die Rückkehr von Quetzalcoatl, dem Gottkönig, voraus. Er wurde Generationen zuvor aus Mexiko verbannt. Mit einem aus Schlangen gewobenen Floß verschwand er und kündigte dabei an, eines Tages zurückzukehren und wieder den Thron zu besteigen. Dann würde er großes Unheil mitbringen. Als Zeitpunkt seiner Rückkehr war im aztekischen Kalender das Jahr "1Rohr" vorhergesagt. Das war natürlich ausgerechnet das Jahr 1519 als Cortés mit seinen Schiffen anlandete.

Am 08.11.1519 erreichte Cortés Technochtitlan. Beide Seiten traten sich gegenüber. Cortés betonte er komme in Frieden. Nach der Übergabe weiterer Geschenke nahm Cortés alle Soldaten mit in die Stadt. Die Spanier staunten nicht schlecht, als sie die riesigen Palastanlagen sahen, die üppigen Gemüse- und Handwerkermärkte. Inzwischen erreichte die Spanier die Nachricht, dass Motecuhzoma bereits zwei Dämme zur Stadt eingerissen sowie Vera Cruz angegriffen hatte. Daraufhin wurde Motecuhzoma in Gewahrsam genommen. Über zwei Monate wurde er eingesperrt. Die Azteken waren wie gelähmt und warteten darauf, dass ihr Herrscher wieder freigelassen werde. Doch Cortés bereitete unterdessen die Kapitulation Motecuhzoma’s vor. Anfang Januar 1520 trat Motecuhzoma vor sein Volk und bat um Ruhe. Er übergab Cortés das Reich, der es in Stellvertretung der Span. Krone annahm. Cortés wollte nun auch seinen Lohn: GOLD. Die Spanier plünderten die Schatzkammer und nahmen über 100 Tonnen Gold, sowie unzählige Edelsteine und Juwelen an sich.

Dieses schamlose Verhalten erzürnte Motecuhzoma zunehmend, so dass er Cortés beschwor, das Gold zu nehmen und endlich zu verschwinden. Doch Cortés weigerte sich. Als Motecuhzoma nach einigen Wochen die Nachricht bekam, dass noch andere Seefahrer gesichtet wurden, schmiedete er einen neuen Plan. Er verriet Cortés zwar die Ankunft der Spanier (die Truppe Velásques), verriet ihm aber nicht, dass sie nach ihm suchten. Cortés ahnte, dass es ihm nun an den Kragen gehen sollte. Er überließ die Verantwortung in Tenochtitlan nun seinem Stellvertreter Pedro de Alvarado und zog mit 340 Männern an die Küste. Er überraschte die Männer und erzählte ihnen von den enormen Goldvorkommen der Azteken und zog sie damit auf seine Seite. Die Gier nach Gold und Edelsteinen bescherte Cortés weitere 900 span. Soldaten. Nach zwei Monaten kam er zurück nach Tenochtitlan.

Doch während der Abwesenheit von Cortés startete Pedro de Alvarado einen hinterlistigen Angriff und verlor damit die Kontrolle über die Stadt. Unter dem Vorwand einer feierlichen Zeremonie zu Ehren Huitzilopochtli beizuwohnen, stürtzten sich plötzlich die Spanier mit ihren Verbündeten auf die Azteken. Dabei kamen ca 3000 Azteken um. Cortés zwang Motecuhzoma vor sein Volk zu treten und um Frieden zu bitten. Während dieser Ansprache wurde Motecuhzoma getötet. Die Spanier behaupten, Motecuhzoma sei von seinem eigenen Volk gesteinigt worden, die Azteken allerdings behaupten, die Spanier hätten ihn mit 5 Dolchstichen getötet. Die Lage zwischen den Azteken und den Spanier spitzte sich zu, so dass Cortés Ende Juni 1520 verschwinden wollte. Die Spanier nahmen all das Gold, was sie tragen konnten und verschwanden über den Damm aus Tenochtitlan. Allerdings nicht ohne Gegenwehr der Azteken, die 600 Spanier und Tausende der Verbündeten der Tlaxcalteken verwundeten oder töteten. Diese Nacht des 30. Juni 1520 ging in die Geschichte als „noche triste“ – traurige Nacht ein. Die Gefangenen wurde Tage später in den Tempeln geopfert. Von Cortés und seiner Truppe sind 400 Mann entkommen.

In den folgenden Monaten erkrankten die Azteken an den Krankheiten die die Spanier eingeschleppt hatten. Pocken und Thyphus. Cortés bekam Wind davon und marschierte im Juli 1521 erneut in Tenochtitlan ein. Die geschwächten Azteken konnten erst noch Widerstand leisten, aber als ein Gebäude nach dem anderen zerstört war, sie ihrer Lebensmittel- und Wasservorräte beraubt waren, stellten sie sich den Spaniern Mann gegen Mann entgegen. Dieser Kampf dauerte 3 Monate. Nicht genug, dass die Spanier eine kulturell hochstehende, reiche und fortschrittliche Zivilisation unterworfen hatten, nun gab Cortés auch noch den Befehl die gesamte Stadt zu zerstören.

Obwohl Cortés selber die großen und mächtigen Tempel, das Straßennetz und die sich kreuzenden Kanäle der Stadt, den Palast Motecuhzomas, der mit prächtigen Wandmalereien und Flachreliefs geschmückt war, die reichverzierten Webstoffe, die goldenen Schirme, die geschnitzten Balken aus Zedernholz und den eindrucksvollen Zoo, der fast alle mesoamerikanischen Tierarten beherbergte, bewunderte, ließ er alles dem Erdboden gleich machen, um dann die kath. Bauten errichten zu können.



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