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Diego Velásques, Gouverneur auf Kuba, übergab Cortés das Oberkommando einer Expedition zur "Beschaffung" neuer Sklaven und Reichtümer. Zunächst erforschte er die Küste von Yucatán, segelte dann weiter nach Westen und legte bei "Villa Rica de la Vera Cruz", was soviel bedeutet wie "Reiche Stadt des wahren Kreuzes" (heute übrigens Veracruz), an.

In Veracruz hörte er von sagenhaften Reichtümern im Landesinneren und legte mit 400 Mann den beschwerlichen Weg in die Berge zurück. Motecuhzoma, Herrscher der Azteken, schickte eine Gruppe Abgesandte mit Geschenken und prächtigen Gewändern Cortés entgegen. Als er das viele Gold sah, stand fest seinen Weg fortzusetzen. Unterwegs traf er auf die Tlaxcalan. Sie verwickelten die Spanier in schwere Kämpfe. Als dennoch Cortés als Sieger hervorging, beschenkten sie ihn mit Stoffen, Halbedelsteinen und Gold und boten ihm sogar an, ihn ins Zentrum des Aztekenreiches zu führen.

Einer Legende zu folge, soll Quetzalcoatl eines Tages zurück kommen, um den Thron wieder zu besteigen. Quetzalcoatl hatte vor mehreren Generationen auf einem aus schlangengewobenen Floß Mexico verlassen und kündigte seine Rückkehr im Jahr "1 Rohr" an. Dies war natürlich ausgerechnet das Jahr der Landung von Cortés. Als nun Motecuhzoma von den spanischen Schiffen erfuhr, glaubte er das Riesenfloß des Quetzalcoatl sei aufgetaucht. Gläubig wie er nun war, sah er sein Ende gekommen und bereitete die Kapitulation seines Reiches vor.

Cortés, der zahlenmäßig unterlegen war, versuchte sich die Macht mit List und Tücke zu sichern. Er benutzte Motecuhzoma als Sprachrohr und besänftigte auch die engsten Berater des Königs. Nachdem Cortés 6 Monate in Tenochtitlán verbracht hatte, fingen seine eigenen Leute an, ihm in den Rücken zu fallen. Diego Velásques, der schon von Anfang an befürchtet hatte, Cortés würde seine Kompetenzen überschreiten, schickte eine Strafexpedition unter Leitung Pánfilo de Narváez. Schnell eilte Cortés nach Veracruz und bestach die Soldaten mit Juwelen und Gold.

Währenddessen startete sein Stellvertreter Pedro de Alvarado in Tenochtitlán einen hinterlistigen Angriff. Unter dem Vorwand einer feierlichen Zeremonie zu Ehren Huitzilopochtli beizuwohnen, schickte er seine Männer in den Tempelbezirk. Dieses religiöse Fest lockte natürlich tausende aztekische Krieger an. Plötzlich stürmten die Spanier durch die engen Torwege und fielen über die Azteken her. Sie wurden niedergemetzelt. Als Cortés zurück kam, war die Stadt in Aufruhr. Cortés ließ sofort Montecuhzoma holen, um die Menschen zu beruhigen, doch statt dessen wurde der Aztekenherrscher mit Steinen beworfen. Diese Steinigung soll Motecuhzoma das Leben gekostet haben. So jedenfalls die spanische Version. Duráns Gewährsleute hingegen berichteten, dass der Aztekenherrscher mit 5 Dolchstichen, die ihm ein oder mehrere Spanier zugefügt haben, niedergestochen wurde.

Die aufgebrachten und zahlenmäßig haushoch überlegenen Azteken zwangen die Spanier zum überstürzten Rückzug. In dieser Schrecklichen Nacht "Noche Triste", der "Nacht der Trauer" am 30. Juni 1520 verlor Cortés 800 seiner Männer und wurde mit den Überlebenen bis nach Tlaxcala vertrieben. Doch die Azteken, wie auch andere Indianervölker, wollten ihre Feinde niemals töten, sondern lediglich vertreiben und so kam es, dass Cortés binnen 10 Monaten eine neue Mannschaft aufgestellt hatte und wieder nach Teochtitlán einzog.

Die Azteken konnten in ihrer Aufmachung mit Jaguarfellen und schwingenden Keulen die Spanier kaum beeindrucken. Als die Spanier ihre Dolche einsetzten und etwa 2/3 der Azteken niedermähten, ergab sich der Rest und kapitulierte. Nicht genug, dass die Spanier eine kulturell hochstehende, reiche und fortschrittliche Zivilisation unterworfen hatte, nun gab Cortés auch noch den Befehl die gesamte Stadt zu zerstören.

Obwohl Cortés selber die großen und mächtigen Tempel, das Straßennetz und die sich kreuzenden Kanäle der Stadt, den Palast Motecuhzomas, der mit prächtigen Wandmalereien und Flachreliefs geschmückt war, die reichverzierten Webstoffe, die goldenen Schirme, die geschnitzten Balken aus Zedernholz und den eindrucksvollen Zoo, der fast alle mesoamerikanischen Tierarten beherbergte, bewunderte, ließ er alles dem Erdboden gleich machen. Der "Rest" der Azteken musste dies alles mit ansehen. Hunger und Krankheit verschlimmerten ihren Kummer.

Alles Mauerwerk wurde zerkleinert oder für die Bauten verwendet, die die Spanier errichteten. Das Kanalsystem wurde einfach mit Schutt aufgefüllt, der Lago de Texcoco trockengelegt. Gleichzeitig führte die Kirche einen Vernichtungsfeldzug gegen sämtliche aztekischen Erscheinungsformen. Da wurden Bücher, religiöse Gegenstände und Statuen zerstört. Was für den Abtransport zu groß war, wurde an Ort und Stelle unkenntlich gemacht.


 

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