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Tagesbeginn für mich immer noch zwischen 4:00 und 4:30 Uhr. Die Zeit nutze ich, um den Läppi mit den Fotos meiner Kamera zu füttern und schaue mir viele Fotos in der Vorschau an. Man hab ich schon viel erlebt und wir stehen erst am Anfang unserer Rundreise. Es bleibt auch noch Zeit die ersten Urlaubsgrüße nach Deutschland zu senden.
Heute steht Monte Alban auf dem Plan. Monte Alban liegt wie zu vermuten lässt auf einem Berg. Hier nahmen die Zapoteken tiefgreifende Veränderungen in der Topographie vor, in dem sie die Bergspitze abtrugen und ein Plateau errichteten, um freie Bahn für die Stadterbauung zu haben. Hier oben gibt es viel zu entdecken, einen Ballspielplatz, eine Kapelle, einen Palast, viele Stelen und Bauwerke deren Bedeutungen noch unklar sind, und viele, viele Gräber. Diese Gräber hat man entdeckt, freigelegt, erforscht, katalogisiert usw. Alle Grabbeigaben wurden gesichert und sind in Museen ausgestellt. Um den Touristen und sicher auch den anderen Forschern den Zugang zur archäologischen Stätte zugänglich zu machen, wurden die Gräber aus Sicherheitsgründen wieder aufgefüllt, so dass man gefahrlos über das Gelände laufen kann, um sich die anderen Bauwerke näher zu betrachten. Und schon sind wir bei Schühchen, die übrigens heute Wildlederschuhe trägt, in die man nur reinschlüpfen muss. Bei jedem Schritt kann man ihren hübschen Haken betrachten. Aber zurück zur intelligenten Frage von Schühchen zum Thema Gräber. „Ob man denn die Geschenke aus den Gräbern entfernt hat, bevor man die Gräber wieder zugeschüttet hat“!!! Geschenke??? Ach so, sie meint die Grabbeigaben. Nö, man hat die Geschenke in den Gräbern gelassen, sie wieder zugeschüttet, bis der nächste Archäologe kommt und sie wieder neu entdeckt!!! Man man.
Ein anderer Mitreisender, der Mann von „Hütchen“, hat schelmenhaft geäußert, dass es sich sehr gut anfühlen würde, so über die ganzen Geschenke zu laufen! Ein wunderbares Gefühl. Aha, also ihm ist die Intelligenz dieser Frau auch schon aufgefallen. Grins
Und dann nachdem wir über die Geschenke gelaufen sind (kicher) sehen wir die Galerie der Tänzer. Obwohl die Bezeichnung Tänzer nicht richtig ist. Nach den neuesten Erkenntnissen handelt es sich um kranke Männer. Es werden männliche Wesen mit verstümmelten oder stilisierten Genitalien dargestellt. Viele von diesen Tafeln wurden in anderen Gebäudemauern entdeckt. Man nimmt an, dass im Laufe der Zeit diese „Symbolsteine“ für die Errichtung völlig anderer Gebäude benutzt worden sind. Das hat die Forscher sicher an den Rand des Wahnsinns getrieben, bis sie diese Erkenntnis gemacht haben.
Hier finden wir auch das Grab Nummer 7. Die „Geschenke“ haben wir ja gestern schon in dem Museum von Oaxaca bewundern können. Wem sich die Gelegenheit bietet, diese Ausgrabungsstätte zu besuchen, dann nichts wie los. Es lohnt sich! Auch hier sind wieder viele Händler unterwegs und heute macht es sich bezahlt, dass meine Lehrerin im Spanischkurs großen Wert auf die Zahlen gelegt hat. Es wird gehandelt auf Teufel komm raus. Ich hätte gerne den „Ballspieler“, aber nicht für diesen Preis. Er verlangt 800,00 Pesos das sind mehr als 43,00 € !!! Also mehr als 20,00 € gebe ich dafür nicht aus! Also wird gehandelt. Sehr niedrig ansetzen und sich langsam einpegeln und es funktioniert hervorragend. Am Ende gebe ich 300,00 Pesos also gute 16,00 € aus. Na also geht doch und es macht Spaß. Martina und Andreas, das Pärchen aus Berlin, heuern uns gleich an, sie wollen auch einen Ballspieler und die Fruchtbarkeitsgöttin dazu. Ok! Ich zeige auch mein Interesse für die Göttin, aber er/wir
 
machen erstmal das Geschäft mit beiden Figuren für 600,00 Pesos = gute 32,00 € für Andy und Tina. Hm, leider hat er nicht mehr diese Göttin, nur eine ähnliche. Ich zeige mich nicht wirklich bereit diese zu kaufen und wir belassen es erst einmal nach mehreren Anläufen des Handelns. Also lange Rede kurzer Sinn am Ende, wir sind fast aus dem Gelände heraus, tritt er plötzlich wieder in Erscheinung und fragt, ob wir 200,00 Pesos dafür geben würden. Ich nicke und die Göttin wandert in meinen Besitz. Ich will schon fair sein und die handwerkliche Arbeit auch bezahlen, aber über’s Ohr hauen lasse ich mich nicht. Man muss schon ein Gefühl für den Wert der Arbeit haben, um dann einen fairen Preis auszuhandeln. Denn wenn er mit den 200,00 Pesos nichts verdient hätte, hätte er sich auch nicht auf diesen Preis eingelassen, es sind genügend Käufer auf dem Platz, denen er seine Werke hätte verkaufen können. Leben und leben lassen!
Wir laufen noch durch das Museum, das sich auf dem Plateau befindet und ich entdecke endlich „mein Tagebuch“. Genau so ein Buch mit Symbolen der Mayawelt habe ich mir vorgestellt. Anschließend geht es weiter mit dem Bus nach Tehuantepec. 5 Stunden Fahrt, die unterbrochen wird durch die Besichtigung des Tule-Baumes, dessen Alter auf 2000 Jahre geschätzt wird. Wooooow! Um genau zu sein, der Baum hat 2015 Jahre auf der Rinde. Woher dieses Wissen? Javier macht diese Rundreisen schon seit 15 Jahren und als er anfing war der Baum 2000 Jahre alt. Ist doch logisch oder?! (Zwinker) Ein Gigant erhebt sich. Ich meine den Baum, obwohl, Javier ist ein wirklich super Reiseleiter. Er reserviert während der Fahrten schon Tische in den jeweiligen Restaurants, gibt uns Hinweise auf Gerichte, die man bedenkenlos verzehren kann und bestellt ebenfalls so und so viele Portionen. Und das täglich um Zeit für die Besichtigungen zu haben. Ich denke mal unsere andere Reisegruppe, die Gruppe 1, hat es nicht so gut getroffen. Sie fahren mit uns morgens los und sind immer die letzten die irgendwo eintreffen. Wenn wir fertig sind mit Mittagessen, kommen die erst an und sitzen da und fangen an zu bestellen. Danke Javier!
Also der Tule-Baum. Die wahre Größe kann man gar nicht mit der Kamera festhalten. Es gibt ein Foto, auf denen sich Kinder die Hände geben und um den Baum herumstehen. Aber wie viele? Der Stamm hat einen Durchmesser von 4 Metern. Mit dem Holz könnte man im Winter……. ich führe den Gedanken nicht weiter aus. Wirklich ein Gigant!
Wir gehen eine Kleinigkeit zu Mittag essen und machen uns dann auf den Weg nach Tehuantepec. Auf der Reise holt unser Papa Javier kleine Becher heraus. Aha! Es gibt etwas zu trinken. Er zaubert auch noch eine Flasche Mezcal hervor. (Mezcal aus der gelb-grünen Agave und mit dem Wurm in der Flasche). Und wie sollte es anders sein? Als Schühchen die Flasche erblickt und den Wurm darin sieht, fragt sie promt, ob der Wurm noch lebt!!! Hallo!? Wenn er nicht schon vorher tot war, dann ist er mit Sicherheit an einer Alkoholvergiftung gestorben! Wir lassen uns den Mezcal munden, aber ehrlich gesagt für meinen Gaumen ist das nichts. Um eine Erfahrung reicher kommen wir dann auch endlich in unserem Quartier im Hotel „Calli“, das Beste am Platze, betont Javier, an. Na das sagt ja schon alles!!! Ok auch hier sind wir froh nur eine Nacht aushalten zu müssen. Das Abendessen ist mäßig, aber wir sind viel zu müde, um uns deswegen den Abend verderben zu lassen. Ein paar nette Gespräche und etwas Weinchen und wir fallen geschafft ins Bett.

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