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Leonhard Peltier sitzt seit nun mehr 30 Jahren im Gefängnis. Nur der Präsident der USA kann ihn begnadigen.
Die Geistertanzbewegung wurde durch den großen Wovoka 1888 ins Leben gerufen. Er brachte den besiegten, ausgehungerten und verzweifelten Stämmen des Westens neuen Lebensmut. Durch besondere Gebete, Tänze und Lieder baute er eine große Bewegung auf, die daran glaubte, dass die Welt der Indianer und ihre Bisonherden wieder auferstehen würden. Er stimmte die Indianernationen auf eine Zukunft ein, in denen alle Indianer frei leben könnten. Sie tanzten und sangen Tag und Nacht durch, wobei manche von ihnen besonderen Hemden trugen, die als Geisterhemd bezeichnet wurden. Von den "Weissen" wurde dieses Treiben natürlich arwöhnig verfolgt. Sie tanzten ohne Pause, verfielen in Trance und bekamen Visionen, brachen erschöpft zusammen, rappelten sich wieder auf und tanzten und sangen weiter.

Als sich immer mehr Stämme der Geistertanzbewegung anschlossen, vermuteten die Weissen, dass die Indianer einen Kriegstanz aufführen und einen Aufstand aller Nationen vorbereiteten. Die Regierung wollte dem Treiben nun endlich ein Ende setzen.

Obwohl Sitting Bull, der Hunkpapa-Häuptling, kein Mitgleid dieser Geistertanzbewegung war, stellte er trotzdem eine große Bedrohung für die Regierungen dar. Er war der wohl berühmteste Indianer und der letzte Häuptling der Lakota. Nach dem Sieg über Custer kapitulierte er. Sein Exil in Kanada verließ er im Juli 1881 und ergab sich im Fort Buford (heute North Dakota). Nachdem er einige Zeit im Gefängnis verbracht hatte wurde er in die Sioux-Reservation gebracht. Doch das wurde ihm zum Verhängnis. Er wurde abermals verhaftet, weil er angelich die Geistertanzbewegung unterstützte und dann im Morgengrauen des 15. Dezembers 1890 erschossen.

Der Tod des großen Häuptlings ließ viele Geistertänzer fliehen und einige suchten Unterschlupf bei Big Foots Miniconjou-Lakota am Cheyenne River. Sie setzten alle Hoffnung, bei den Oglala, des einflussreichen Chief Red Cloud in der Pine Ridge Agentur Sicherheit zu finden. Auf dem beschwerlichen Weg, 200 km durch die Prärie, verschlimmerte sich die Lungenentzündung von Big Foot. Es war Winter. Die frierenden und ausgezerrten Indianer wurden kurz vor ihrem Ziel von der 7. Kavallerie abgefangen und zum Chankpe Opi Wakpala (Wounded Knee Creek) auf die Pine Ridge Reservation gebracht.

Am Morgen des 29. Dezember 1890 wurden sie von den Soldaten umstellt und erhielten den Befehl, ihre Waffen auszuhändigen. Sobald sie ihre Waffen abgeben, sollten sie in die Agentur Pine Ridge weiterziehen dürfen. Aber es kam anders. Es war mal wieder eine leere Versprechung. Auf einem Hügel stellten die Soldaten vier Hotchkiss-Geschütze auf. Plötzlich löste sich ein Schuß aus einem Gewehr eines schwerhörigen Indianers, der seine Waffe nicht einfach so abgeben wollte. Die Soldaten gerieten in Panik und feuerten ebenso los und auch die anderen Indianer, die noch Waffen in den Händen hielten drückten ab. Die Indianer versuchten zu fliehen. Frauen und Kinder flüchteten in die Schluchten nach Süden, anderen flohen über die Prärie. Aber die Soldaten rannten ihnen hinterher. Auf alles was sich bewegte wurde geschossen. Ob Frau, ob Kind. Big Foot und viele seiner Anhänger, aber auch viele Soldaten wurden in dem Kugelhagel getötet.

In der Dunkelheit trafen die Überlebenden mit den toten Soldaten und Verwundeten in der Agentur ein. Die Weissen wurden ins Lazarett gebracht und die verwundeten Indianer ließ man zunächst draussen in der Kälte stehen. Schließlich durften sie die Kirche betreten und kauerten sich auf dem Boden vor der Kanzel. Über der Kanzel hing ein Tuch mit den Worten:

FRIEDE AUF ERDEN UND DEN MENSCHEN EIN WOHLGEFALLEN

Erst drei Tage später wurden die steifgefrorenen Leichen der Indianer in einem Massengrab an Ort und Stelle am Wounded Knee verscharrt. Colonel Colby sah noch wie sich eine Decke, die über eine Leiche gelegt war, bewegte und fand darunter ein kleines Mädchen, dass sich an seine tote Mutter kuschelte.

Zwei Jahre vor der Vierhundertjahrfeier von Kolumbus' Landung in der westlichen Welt, war der erschütternde Schlusspunkt der langen Eroberungsgeschichte der Weissen. Die Religion von Wovoka ging mit den Toten vom Wounded Knee unter. Die Eindringlinge betrachteten die Eroberung des amerikanischen Westens als vollbracht. Allerdings sollten ihre Angriffe auf die indianische Kultur fortdauern.

Der knapp 500 km lange Gewaltmarsch
"Long Work"
im Tiefwinter 1864 lastet auch heute noch auf dem Volk der Dine.
Die Folgen für die östl. Stämme sind an Grausamkeit kaum zu überbieten, als der Kongress den Removel Act verabschiedet.
Brutaler Überfall auf das schlafende Dorf der Cheyenne am 29.11.1864. Der Befehl war eindeutig: "Es werden keine Gefangenen gemacht".
Die Indianer in Illinois sind zurecht entsetzt über die öffentliche Zurschaustellung der Gebeine ihrer Vorfahren.