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Leonhard Peltier sitzt seit nun mehr 30 Jahren im Gefängnis. Nur der Präsident der USA kann ihn begnadigen.

In der verträumten Landschaft von Kalifornien waren rund 12000 Diné oder Navaho zu Hause. Sie lebten in den hohen Wüstenplateaus, in den Tafelberge aus rotem Fels, in den Bergen und Canyons des nordöstlichen Arizona und des nordwestlichen New Mexico. Die Diné, die sich im 15. und 16. Jahrhundert auf dem Land der Hopi, Zuni und Pueblo niedergelassen hatten, waren nun in den nordwestlichen Teil des Kontinents eingewandert. Durch den Druck spanischer Missionare waren sie zu Schafhirten mutiert. Sie legten Gärten an, züchteten Schafe und Ziegen und webten Kleidung und Decken mit Symbolen ihrer Kultur.
Der Mexikanische Krieg war vorüber und der Südwesten ging in den Besitz der Amerikaner über. Die Amerikaner errichteten 1851 auf Diné-Land ihr Fort Defiance. So kam es, dass die Indianer ihr Weideland mit den Pferden, Maultieren und Rindern der US-Armee teilen mussten. Der Häuptling der Diné, Manuelito, beklagte sich beim Kommandanten des Forts, Major William T. H. Brooks.
Allerdings kümmerte es Brooks wenig und er ordnete an, dass die Soldaten, notfalls mit Gewalt, das Weideland in Beschlag nehmen werden. Manuelito sollte für seine Forderung bestraft werden und man schoss 60 Tiere aus der Viehherde tot, die übrigen vertrieb man. Doch damit nicht genug. Im Oktober 1858 wurde das Dorf und die Felder von Manuelito mit Unterstützung von 160 Zuni-Söldnern niedergebrannt. Jetzt hatte Manuelito genug und versammelte ca. 1000 Diné, die am 30. April 1860 das Fort angriffen und Krieg gegen die Amerikaner führten. Aber die Amerikaner waren stärker und schlugen Manuelito und seine Anhänger in die Flucht. Die Amerikaner unternahmen während des nächsten Jahres mehrere Vergeltungsschläge. Erst als der Bürgerkrieg ausbrach zogen die amerikanischen Truppen in den Osten und verließen das Fort.
Allerdings war die Ruhe nur von kurzer Dauer. General James H. Carleton, Leiter des Kriegsministeriums von New Mexico, ordnete an, die Diné aus ihrer Heimat zu vertreiben und in das Reservat Bosque Redondo im östlichen New Mexico zu verbannen. Carson, der den Befehl ausführen sollte, tötete mit seiner Truppe die Schafe, vergiftete Brunnen und verbrannte die Felder und Obstplantagen der Diné. Um einer Gefangennahme zu entgehen flüchteten die Diné und versteckten sich im Canyon de Chelly. Dort verbrachten sie den Herbst und als der Winter einbrach suchte Carson mit seiner Truppe immer noch nach den Diné. Frierend und durch Hunger geschwächt ergaben sich schließlich Hunderte der Diné.
In den Forts Wingate und Canby wurden sie gefangen gehalten, um sie in das Bosque Redondo Reservat nach Fort Summer bringen zu können. Der 500 Kilometer weite Gewaltmarsch "Long Walk" im Winter 1864 war für die Diné eine Tragödie. Diejenigen die erschöpft zu Boden fielen, wurden einfach erschossen und liegen gelassen. Auch diejenigen die den Treck erst gar nicht antreten konnten, weil sie zu schwach und krank waren, wurden noch direkt an Ort und Stelle getötet und den Krähen und Kojoten zum Fraß hinterlassen.
Die Überlebenden des "Long Walk" schlossen sich ihren traditionellen Feinden, den Mescalero Apachen an, die von Carleton und Carson ebenfalls ins Bosque Redondo-Reservat gesperrt worden waren. Im Reservat, einem erbärmlichen Streifen sandigen Bodens entlang des Pecos River, gab es fast keine Bäume mehr, denn die hatten die Amerikaner gebraucht um das Fort Summer zu errichten. Die Diné gruben sich Löcher und Gräben als Unterschlupf, schlachteten Kühe und benutzten die Kuhhäute um sich gegen Wind und Sonne schützen zu können. Hunderte von ihnen starben im ersten Jahr in Bosque Redondo.
General Carleton hatte nur ein Ziel, die Indianer zu Weißen "umzuformen". Er empfand dies als großes Experiment aus den Indianern Weiße zu machen, aus den "Wilden" zivilisierte menschliche Wesen zu formen. Die Kinder sollen Lesen und Schreiben lernen. Und alle sollen die Kunst des Friedens und die Wahrheiten des Christentums erfahren. Mit anderen Worten, die Indianer sollen ihrer Kultur und ihrer Ansicht von Religion beraubt werden. Das ist die sicherste Art eine Rasse zu vernichten. Heute sind sie mit einer Bevölkerungsdichte von über 200000 Menschen die bei weitem größte indianische Nation der Vereinigten Staaten. Sie bewohnen wieder dieselben hochgelegenen Wüstenplateaus und das Land mit den roten Felsen. Und im Canyon de Chelly zeigen heute junge Diné-Touristenführer den Besuchern, wo die Tragödie begann, die zum "Langen Marsch" ihrer Ahnen führte

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