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Die zerstörte Stadt Palenque liegt im Norden von Chiapas mitten im Regenwald. Viele der noch erhaltenen Bauwerke wurden auf Befehl König Pacal's, der 603-683 n. Chr. lebte, und seines Sohnes Chan-Bahlum II errichtet. Unter Pacal's Herrschaft erlebte Palenque ein Goldenes Zeitalter, in dem Kunst und Architektur sorgfältig gepflegt wurde. Alle errichteten Gebäude waren einst mit Stuck verziert und mit leuchtenden Farben bemalt. Leider nagt der Zahn der Zeit an diesen, auch Bäume und Lianen haben sich ihr Terrain erobert und viele Schäden an den Gebäuden hinterlassen.

Als erstes Bauwerk nach dem Tod seiner Eltern ließ Pacal den Vergessenen Tempel „templo de olvidado“ errichten. Anschließend den Tempel des Grafen „templo de conde“, die unterirdischen Hallen des Palastes sowie die Gebäude E und B. Das letzte Bauwerk war Gebäude C, das 659 seine Einweihung feierte.

Wohl schon zu Lebzeiten gab Pacal seine zu errichtende Grabstätte in Auftrag. Aber erst mehrere Jahre nach seinem Tod (im Jahre 683 n. Chr.) fand er seine letzte Ruhe um 690 in seinem Grabmahl, das sein Sohn Chan-Bahlum fertig stellen ließ. Dieser war es auch, der in der Zeit zwischen 684 und 702 den Tempel der Inschriften „templo de las inscripciones“ über das Grabmahl seines Vaters errichten ließ. Das Grabmahl wurde vom mexikanischen Archäologen Alberto Ruz Lhuillier 1952 entdeckt. In dem Sarkophag (15 Tonnen Gewicht) mit einem riesigem wunderschön, gestalteten Deckel (3,8 m x 2,2 m und 5,5 Tonnen Gewicht) fand er den Herrscher Pacal, dessen Gesicht mit einer Jademaske bedeckt war. Pacal trug Halsbänder, Ohrringe, Ringe an den Fingern und wurde von einer Statue des Sonnengottes begleitet. Eine kleine Jademaske schmückte seinen Gürtel. Vor dem Grabmahl allerdings fand er auch 5 Skelette von jungen Menschen die geopfert wurden, um den Verstorbenen zu begleiten. Übrigens war dies das erstemal, dass ein Herrscher im Inneren eines Tempels entdeckt wurde.

Noch während Chan Bahlum am Grabmahl seines Vaters arbeitete (arbeiten ließ) begann er mit der Errichtung weiterer 3 Tempel; der Kreuztempel „templo de la cruz“, der Blattkreuztempel „templo de la cruz foliada“ und der Sonnentempel „templo del sol“. Diese Tempel wurden auf Pyramiden errichtet und sollten die entfernten Berge nachahmen. In jedem dieser Tempel befand sich ein kleines inneres Heiligtum pib na - Untergrundhaus. Gemeißelte Steinbilder an ihren Rückseiten erzählen, begleitet von langen Hieroglyphen-Texten, u.a. die Thronbesteigung Chan Bahlum II.

Das Zentrum Palenque's wird durch den im 7. und 8. Jahrhundert n. Chr. errichteten Palast geprägt. Um 764-783 n. Chr. ließ ein Nachfahre von Pacal‘s K’inch K’uk Bahlam II den Palast durch einen Turmbau komplettieren. Ein in dieser Gegend eher untypischer, quadratischer 17 m hoher Turm, der als astronomisches Observatorium gedient haben könnte, denn an ihm hat man die Hieroglyphe für „Venus“ bzw. „Stern“ gefunden. Der Palast selbst besteht aus langen Räumen, die die inneren Höfe umgeben. An der Außenseite befinden sich zahlreiche, noch erhaltene Galerien, die nach außen offen sind. In dem Palast gab es sogar eine „Toilette“ mit Wasserspülung. Ursprünglich waren große Teile des Palastes und der ganzen Stadt mit komplizierten, leuchtenden Reliefs geschmückt. Treppenstufen, Fassaden, Innenwände von Räumen, überall fand man Stuckreliefs, Malereien und reiche Verzierungen ja sogar lange Hieroglyphentexte und szenische Darstellungen, die Aufschluss über die Bedeutung einzelner Gebäude geben können.

Leider aus der Vogelperspektive unscharf, aber der Vollständigkeit halber die Koordinaten: 17°29'02.13"N,92°02'46.14"W.

Aber wer noch mehr lesen möchte hier geht’s zu meinem Reisebericht.



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