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Eines der eindrucksvollsten Bauwerke waren die Pyramidentempel. Das Maya-Wort für solche Pyramiden lautet: witz, Berg. Nach dem Glauben der alten Maya beherbergten die Berge die Seelen der Ahnen. Da für die Tiefland-Maya die nächsten Berge Hunderte von Meilen entfernt waren, mussten sie sich ihre eigenen Berge (Pyramiden) bauen. Nicht alle Pyramiden wurden nur zu Wohnzwecken der Seelen benutzt. Tatsächlich enthalten auch viele Pyramiden Gräber, allerdings ist ungeklärt wer in den Gräbern bestattet wurde. Lediglich in Palenque wurde der Herrscher Pacal II in einem Grab unterhalb der Pyramide entdeckt.

Auf der Spitze der Pyramide stand ein Tempel, wo die Götter angebetet wurden. Zahlreiche Zeremonien der Maya endeten letztendlich auf den Pyramiden. Der Umfang der Pyramiden war sehr unterschiedlich. In Tikal sind sie groß, mit schmalen Seiten und extrem steilen Treppen (manche mit 70 Grad Neigung). In Chichén Itzá hat die Hauptpyramide eine quadratische Grundfläche und ist eher gedrungen. Auch kosmische Bedeutungen kann man am Aufbau der Pyramiden in Tikal (Guatemala) und Palenque (Mexiko) erkennen. Sie sind in neun Ebenen unterteilt, die die neun Schichten der Unterwelt symbolisieren sollen, die der König nach seinem Tode in einer langen Reise durchqueren würde. Der Tempel II in Tikal ist in nur drei Ebenen unterteilt. Hier wird auf die drei Feuersteine der Schöpfungsmythologie angespielt.

Stelen waren ein überaus geeignetes Mittel, um zu demonstrieren, wer in der Stadt das Sagen hat. Oft trugen sie ein Bildnis des Herrschers und Daten über dessen Geburt, der Heirat, das Datum der Thronbesteigung und auch Daten wichtiger Siege im Kampf. All dies wurde in Stein gehauen. Die größte bisher entdeckte Stele befindet sich bei Quiriguá im Südosten Guatemalas. Diese Stele wurde 771 n. Chr. zu Ehren des Königs Stürmischer-Himmel errichtet. Sie hat eine Höhe von fast 10m. (!)

Auch andere Kunstwerke aus Jade, Ton, Keramik, viele Steinmetzarbeiten und Wandmalereien beweisen uns auch heute noch die Geschicklichkeit und Phantasie der Maya-Künstler. Diese Kunstwerke variieren in der Größe erheblich. Vergleiche doch einfach die kolossalen Stelen mit den winzigen Muschelornamenten, die oft nicht größer als 2,5 cm waren. Ganz gleich um welche Art von Kunstwerk es sich handelte, jede Linie, jedes Symbol und Motiv hatte seine Bedeutung. Die Vorstellung einer rein dekorativen oder abstrakten Kunst war den Maya fremd. Bei kleineren Werken verwendeten sie am liebsten Jade. Meist wurden die Herrscher auf diesem Material im Profil abgebildet, so dass ihre hohe, schräge Stirn zu sehen war. Solch eine Stirn entsprach dem Schönheitsideal, so dass man schon den Säuglingen Holzstücke vor die Stirn band, um die Stirn so zu formen.

Keramiken, besonders die Teller und Vasen, zeigen Szenen des höfischen Lebens, wie Prozessionen, Tänze oder Rituale und sind manchmal auch mit Göttern der Maya bemalt. Andere Keramiken sind auch mit Motiven aus der Unterwelt, Xibalba, verziert. Wahrscheinlich wurden derartige Stücke als Grabbeigaben verwendet, die die Toten auf ihrer Reise durch die Unterwelt begleiten sollten. Oft sind die Keramiken signiert und auch die Steinmetzarbeiten tragen den Namen des Urhebers. Vor kurzem entdeckte man, dass die Künstler Mitglieder königlicher Familien waren - häufig der jüngere Bruder des Königs. Sie setzten ihren Namen neben das Abbild des Herrschers, um die Aufmerksamkeit auf ihre Herkunft zu lenken.

 

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